Forum 2026: Kriegsdienstverweigerung
Der inhaltliche Schwerpunkt des 45. U&D ist ″Kriegsdienstverweigerung″.
Die Welt rüstet auf, auch Deutschland soll ‚kriegstüchtig‘ werden. Junge Menschen sollen gemustert und zum Dienst an der Waffe ausgebildet werden. Wenns mit der Freiwilligkeit nicht klappt, auch mit Zwang.
Wie funktioniert das eigentlich mit der Kriegsdienstverweigerung? Welche Möglichkeiten gibt es, sich der zunehmenden Militarisierung entgegen zu stellen? Hier vor Ort und international? Persönlich und politisch? Was ist möglich, was sinnvoll, was notwendig?
Zu diesem Thema wollen wir beim U&D Referent*innen einladen, wollen Workshops anbieten und mit euch diskutieren.
Wir freuen uns auf spannende Diskussionen und vielleicht die eine oder andere neue Erkenntnis. Wer noch einen Beitrag vorbereiten möchte ist herzlich eingeladen.
Samstag 15:30h:
Ukraine-Krieg? Beenden!
Das „Sieg“-Versprechen ist zu einem Abnutzungskrieg geworden. Zerstörungen, Tote, Verletzte … nehmen zu, aber auch der Widerstand.
Wehrdienstentzug, Desertion, Kriegsdienstverweigerung, Flucht und Asyl: Connection e.V. unterstützt alle, die den Krieg nicht mitmachen wollen.
Franz Nadler, Mitbegründer von Connection e.V./Offenbach, berichtet anhand von Beispielen aus der Arbeit
Samstag 17:30h:
Wehrpflicht light?
Ist der neue Wehrdienst etwa eine „Wehrpflicht light“? Was kommt nicht nur auf junge Menschen, sondern auch auf uns als Gesellschaft überhaupt zu, beziehungsweise was kostet uns der neue Wehrdienst wirklich? Diesen Fragen möchte Reza Schwarz von der Informationsstelle Militarisierung in Tübingen unter einem möglichst ganzheitlichen Perspektive nachgehen.
Reza Schwarz, Informationsstelle Militarisierung Tübingen.
Samstag 19:30h:
Schulstreikkomitee
Sonntag 15:30h:
Kriegsdienst verweigern jetzt.
Seit der von Ex-Kanzler Olaf Scholz nach dem Beginn des Russland-Ukrainekrieges im Februar 2022 ausgerufenen „Zeitenwende“ ist klar, dass die Bundeswehr zur größten konventionellen Armee Europas werden soll – koste es, was es wolle. Um die Anforderungen der NATO nach einer zahlenmäßig erheblich höheren Truppengröße der Bundeswehr zu erfüllen, wurde an einem Wehrdienstmodernisierungsgesetz gebastelt, dass am 1.1.26 in Kraft trat. Die Neue Wehrpflicht wird uns als attraktiv und freiwillig verkauft, sie enthält aber mit der Bereitschaftserklärung und der Zwangsmusterung für 18-Jährige verpflichtende Elemente. Wir haben wieder eine Wehrerfassung und eine Wehrüberwachung. Wer für den Staat nicht töten und sterben will, sollte jetzt proaktiv den Kriegsdienst verweigern. Wir helfen dabei!
Susanne Bödecker ist KDV-Beraterin bei der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen DFG-VK
Sonntag 17:30h:
Stolpersteine für Deserteure in Stuttgart
Das Lebenswerk des Kölner Künstlers Gunter Demnig umfasst bisher mehr als 116000 Stolpersteine, die er in 31 Ländern verlegt hat, darunter etwa 86 000 in mehr als1.860 Gemeinden in Deutschland.
Die ehrenamtlichen Mitwirkenden der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen recherchieren die Biografien von Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. So bilden bisher 1077 Stolpersteine ein beeindruckendes Gesamtdenkmal in Stuttgart, das Menschen aus allen „Opfergruppen“ ihren Namen wieder gibt.
Auch zu Menschen, die Hitlers Krieg nicht mitmachen wollten, forschten Heinz und Hildegard Wienand (Ini Feuerbach und Weilimdorf), Inge und Diethard Möller (Ini Zuffenhausen), Gudrun und Charly Greth (Ini Ost) und Hermann Abmayr. So erinnern bisher 8 Stolpersteine in Stuttgart an Deserteure. Heinz Wienand setzte sich von Beginn an für ein Deserteurdenkmal ein.
Biografien: Hildegard Wienand und Gudrun Greth, ehrenamtliche Akteurinnen der Stuttgarter Stolperstein-Initiativen S-Feuerbach/Weilimdorf und S-Ost, www.stolpersteine-stuttgart-ost.de
Musik: Charly Greth.
Sonntag 19:30h:
OTKM
Offenes Treffen gegen Krieg & Militarisierung, Stuttgart
Bundeswehrwerbung auf Bäckertüten, 24 neue Musterungszentren und Merz‘ Ziel, Deutschland zur stärksten Militärmacht Europas zu machen, Milliarden für Aufrüstung und gleichzeitig soziale Kürzungen. Weltweit entstehen neue Kriegsherde: Ukraine, US-Angriff auf den Iran, der von Deutschland unterstützte israelische Genozid an Palästinenser:innen, sowie die US-Blockade gegen Kuba.
Wie wir uns gegen Aufrüstung, die Bundeswehr und weltweite Kriege wehren können, möchten wir mit euch diskutieren.
Wir stellen euch unsere Arbeit der letzten Jahre vor. Sei es das Rheinmetall Entwaffnen Camp, Solidarität mit den Ulm 5 oder das direkte Stören der Bundeswehr,…
Denn eins ist klar, alleine kann niemand von uns den derzeitigen Kampf gegen Kriege, die Wehrpflicht und für eine bessere Welt gewinnen. Das müssen wir schon gemeinsam schaffen.
Das Offene Treffen gegen Krieg und Militarisierung (OTKM) – seit 17 Jahren kämpfen wir aktiv gegen deutsche Kriegstreiber und Rüstungskonzerne und organisieren Kundgebungen, Demonstrationen und direkte Aktionen.
Alle Veranstaltungen finden im Forumszelt statt, direkt am Eingang zum Festivalgelände, gegenüber vom Infozelt. Es wird immer ein Statement von ca. 20-40 Minuten (vielleicht auch länger) zum Thema geben, danach ist Gelegenheit zur Diskussion.
Das Umsonst & Draußen ist engagiert im Stuttgarter Netzwerk gegen rechts.