Forum 2018: Digitalisierung

 

Den inhaltlichen Schwerpunkt des 39. U&D soll das Thema „Digitalisierung“ bilden.

Dabei interessieren uns weniger technische als vielmehr gesellschaftliche Fragen, wie z.Bsp

  • Digitalisierung und Kapitalismus
  • Digitalisierung und Gesellschaft
  • Überwachung, Kontrolle, Repression
  • Was passiert mit meinen Daten?
  • Medienpädagogik

Zu diesen Theman wollen wir diskutieren und auch den einen oder anderen Beitrag dazu vorbereiten. Wer an diesem Thema interessiert ist und vielleicht einen Beitrag dazu vorbereiten möchte, ist herzlich eingeladen, das zu tun.

Bisher gibt es Zusagen von:

Capulcu: DISRUPT! beschreibt die Versuche, das menschliche Dasein den Anforderungen einer reduktionistischen künstlichen Intelligenz zu unterwerfen. Der Anpassungsdruck des Menschen an die Maschine wirkt bereits jetzt – weit vor einer vollständigen Vernetzung aller mit allem. Capulcu dechiffriert diese „Entwicklung“ als Angriff auf unsere Autonomie und analysiert seine entsolidarisierende Wirkung. Denn Technologie ist nie neutral, sondern immanent politisch.

Ein Gegenangriff auf die Praxis und die Ideologie der totalen Erfassung erscheint zwingend notwendig. Die Autor*innen plädieren für die Wiederbelebung einer praktischen Technologiekritik.

Peter Hensinger: Smart city, smart home, smart school
Die Bundesregierung will alle Funklöcher schließen, WLAN Überall kostenlos zur Verfügung stellen – und die Stadt Stuttgart macht mit. Alle 150 Meter soll eine kleine Funkzelle funken, neue Mobilfunkmasten aufgebaut werden. Mit zwei Zielen: die Infrastruktur für das autonome Fahren und das Internet der Dinge aufzubauen. Und: Es wird eine gigantische Überwachungsstruktur installiert.

Die Smart City will vom Bürger zu jeder Zeit wissen, was er wo macht. BigData soll Voraussetzungen schaffen, Unruhestifter und Widerstandsstrukturen zu erkennen und Opposition schon im Ansatz zu verhindern. Der Soziologe Harald Welzer sagt dem Smartphonenutzer: „Sie sind die Laborratte, die die Daten liefert, mit deren Hilfe Sie manipuliert werden“. Linke Aktivisten starren wie das Kaninchen auf die Schlange – und daddeln weiter.

Es ist höchste Zeit, sich mit dieser Entwicklung zu beschäftigen. Vor dem Weg in den digitalen Totalitarismus warnt der Leiter des Büros für Technikfolgenabschätzung im Deutschen Bundestag, Prof. Armin Grunwald: „Zu keiner Zeit in der Menschheitsgeschichte hat es derart gute Bedingungen für eine totalitäre Diktatur gegeben wie heute. Was Hitler an Propagandamöglichkeiten, was die Stasi an Überwachungsapparat hatte, ist Kinderkram gegen das, was heute möglich ist.“

Der Vortrag informiert über die Planungen zur Smart City, beleuchtet Hintergründe, warum BürgerInnen bereit sind, auf Privatsphäre zu verzichten, und macht Vorschläge, wie die Entwicklung zur smarten Diktatur verhindert werden könnte.

Peter Hensinger leitet den Bereich Wissenschaft bei diagnose:funk und ist im Vorstand des BUND KV Stuttgart.

Peter Grohmann / Die Anstifter